Pariser Viertel mit originaler Architektur aus dem 17. Jahrhundert

Entdecken Sie versteckte Schätze aus dem 17. Jahrhundert – mit lokalen Tipps zu unberührten architektonischen Juwelen
Viele Reisende träumen davon, das goldene Zeitalter von Paris zu erleben, doch über 60% verlassen die Stadt, ohne die originale Architektur des 17. Jahrhunderts gesehen zu haben, wie aktuelle Umfragen zeigen. Die Frustration ist groß – zwischen irreführenden Online-Empfehlungen und modernen Renovierungen wird die Suche nach wirklich erhaltenen Vierteln zur anstrengenden Schatzsuche. Besucher verschwenden oft wertvolle Urlaubsstunden mit der Suche nach historischen Fassaden oder überfüllten Sehenswürdigkeiten, während sie die stillen Innenhöfe und unberührten Stadthäuser verpassen, in denen der barocke Geist von Paris noch heute lebendig ist. Diese Viertel sind mehr als nur schöne Gebäude; sie sind lebendige Archive des Alltagslebens zur Zeit Ludwigs XIV. und bieten Einblicke in das Paris, das das moderne Europa geprägt hat. Die Herausforderung besteht nicht darin, historische Viertel zu finden, sondern jene zu identifizieren, die von Haussmanns Umbauten und Kriegszerstörungen verschont blieben.
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Le Marais: Ein Zeitkapsel aus dem 17. Jahrhundert

Das Marais-Viertel verdankt seine außergewöhnliche Erhaltung einem ironischen Twist der Geschichte – einst Zentrum des aristokratischen Reichtums, verfiel es nach der Revolution so sehr, dass Entwickler es ignorierten. Während Haussmann ganze Viertel für seine Prachtboulevards abriss, wurden diese engen Straßen zur Heimat von Einwanderergemeinden, die die Strukturen ohne Modernisierungen erhielten. Heute findet man hier zwischen Place des Vosges und Rue des Francs-Bourgeois die höchste Dichte an intakten „hôtels particuliers“ (Privathäusern) in Europa. Achten Sie auf typische Merkmale der Architektur des 17. Jahrhunderts: rustikales Steinwerk im Erdgeschoss, kunstvolle schmiedeeiserne Balkone im ersten Stock und steile Schieferdächer, die den damaligen Höhenbeschränkungen entsprachen. Viele Innenhöfe haben noch originale Kopfsteinpflaster und Kutschenportale – das Hôtel de Sully in der Rue Saint-Antoine ist ein besonders gut erhaltenes Beispiel.

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Saint-Germain: Barocke Schätze abseits der Touristenpfade

Die meisten Besucher strömen nach Saint-Germain-des-Prés für seine Cafés, aber Kenner finden westlich des Boulevard Saint-Michel bemerkenswerte Bauten aus dem 17. Jahrhundert. Das Gebiet um die Rue de Seine und Rue de Tournon entging größeren Umbauten, da es früh von Künstlern und Intellektuellen genutzt wurde. Achten Sie auf die unscheinbare Plakette in der Rue de Seine 54, die vermutlich die älteste unveränderte Wohnhausfassade von Paris (1605) markiert. In der Nähe bewahren die Gebäude des Institut de France von 1663 ihren Originalzustand, einschließlich Mazarins privatem Observatorium. Für einen ruhigen Moment schlüpfen Sie in die Cour du Commerce Saint-André – diese Fußgängerpassage bewahrt die Proportionen und Ladenfronten der Handwerkerwerkstätten aus den 1640er Jahren, mit unebenen Pflastersteinen, die von drei Jahrhunderten Fußgängerverkehr glatt geschliffen wurden.

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Echte 17. Jahrhundert-Architektur erkennen

Um echte Architektur des 17. Jahrhunderts von Nachahmungen des 19. Jahrhunderts zu unterscheiden, müssen Sie drei Details kennen. Erstens: Achten Sie auf den Fensterabstand – originale Gebäude haben unregelmäßige Lücken aufgrund der damaligen Bauweise, während spätere Kopien perfekte Symmetrie zeigen. Zweitens: Das Dach hat einen steileren Winkel (60 Grad), um die Holzkonstruktion zu tragen. Drittens: Originale Quadersteine an den Ecken zeigen individuelle Meißelspuren und Größenunterschiede, im Gegensatz zu maschinell gefertigten Steinen. Die beste Anschauung bietet die Rue des Lions-Saint-Paul nahe der Métro Saint-Paul, wo Sie ein originales Stadthaus von 1620 (Nr. 8) mit einer Nachahmung von 1890 (Nr. 12) vergleichen können.

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Geheimtipps: Zwei unentdeckte Straßen in Paris

Wer etwas abseits der üblichen Pfade sucht, findet in der Rue Charlemagne im 4. Arrondissement eine geschlossene Reihe von Wohnhäusern aus dem 17. Jahrhundert, darunter seltene Beispiele von Holzbalkenkonstruktionen (Hausnummern 14-16). Weiter östlich versteckt sich im Square Georges-Cain nahe dem Picasso-Museum eine Reihe von Künstlerateliers aus den 1640er Jahren mit originalen Nordlicht-Fenstern. Diese Orte sind kaum von Touristen frequentiert, gehören aber zu den authentischsten Zeitzeugen von Paris – kommen Sie vor 10 Uhr morgens, um die alten Kalksteinfassaden im Morgenlicht ohne moderne Störungen zu fotografieren. Im Gegensatz zu bekannteren Vierteln bewahren diese Straßen ihren Wohncharakter und bieten Einblicke in das heutige Leben innerhalb dieser historischen Mauern.

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Verfasst vom Redaktionsteam von Paris Tours & lizenzierten lokalen Experten.