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Das architektonische Erbe der 1920er Jahre in Paris ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der Stadt. Über 300 bedeutende Art-Deco-Gebäude verstecken sich in Arrondissements, die die meisten Touristen nie besuchen. Eine Studie der Sorbonne ergab, dass 78% der Besucher Paris verlassen, ohne zu bemerken, dass sie an Meisterwerken wie der Fassade der Folies Bergère oder dem Citroën-Autohaus vorbeigelaufen sind. Dieser Umstand liegt daran, dass Reiseführer den Fokus auf mittelalterliche und haussmannische Sehenswürdigkeiten legen. Viele ikonische Gebäude beherbergen heute Privatwohnungen oder Geschäfte, deren Erdgeschossumbauten die originalen Details verdecken, die ohne lokales Wissen leicht übersehen werden.
Das 16. Arrondissement: Paradies für Art-Deco-Liebhaber
Westlich des Eiffelturms befindet sich im wohlhabenden 16. Arrondissement die höchste Dichte an erhaltenen Wohnhäusern aus den 1920er Jahren. Ganze Straßenzüge wie die Rue Mallet-Stevens zeigen die architektonische Reinheit dieser Epoche. Besonders beeindruckend ist, wie die Bewohner originale Bleiglasfenster, geometrische Schmiedearbeiten und Reliefs bewahrt haben – Details, die in anderen Vierteln oft verloren gingen. Das Viertel um das Musée Guimet ist ideal für Morgenspaziergänge, wenn das Sonnenlicht die Fassaden des Théâtre des Champs-Élysées mit ihren Sonnenmotiven zum Strahlen bringt. Achten Sie auf typische Merkmale wie abgerundete Ecken und maritime Geländer, die Art Deco von älteren Stilen unterscheiden. Historiker weisen darauf hin, dass diese Gebäude für automobile Eliten entworfen wurden – ihre Garagen zeigen oft noch die originalen Fliesen, die heute in Boutique-Hotels zu sehen sind.
Art-Deco-Schätze ohne teure Führungen entdecken
Einige architektonische Juwelen wie der Palais de la Porte Dorée oder die Kirche Saint-Pierre-de-Montrouge sind wenig besucht, obwohl sie kostenlosen Eintritt bieten und Fresken sowie avantgardistische Leuchten aus den 1920er Jahren bewahren. Ein Geheimtipp: Besuchen Sie Rathäuser wie die Mairie du 14ème während der Öffnungszeiten, um selten gesehene Deckenmalereien zu bewundern. Bei Wohngebäuden mit prächtigen Lobbys erhalten Sie oft Zugang, wenn Sie den Concierge am Nachmittag höflich fragen. Im Printemps-Kaufhaus führen wenig bekannte Treppen zu Mitarbeiterbereichen mit atemberaubenden Art-Deco-Fliesen – einfach die Sicherheit nach dem historischen Treppenhaus near der Haushaltswarenabteilung fragen.
Montparnasse vs. Pigalle: Wo die 1920er lebendig bleiben
In Montparnasse finden sich noch Künstlerateliers wie La Ruche, wo Modigliani und Chagall unter pyramidenförmigen Oberlichtern arbeiteten, die den Raum noch heute in das gleiche inspirierende Licht tauchen. Ganz anders Pigalle: Hier zeigen die kürzlich restaurierten Backstage-Bereiche der Konzerthalle La Cigale Garderoben mit originalen kubistischen Mosaikböden. Beide Viertel pflegen ihr Erbe – Buchhandlungen in der Rue de l’Odéa verkaufen alte Architekturpläne, und das Café Le Select bewahrt sein Interieur von 1925 bis hin zu den verchromten Espressomaschinen. Bei Nacht entfalten beleuchtete Gebäude wie das Kino Studio 28 die dramatische Atmosphäre der Epoche.
Echte Art-Deco-Meisterwerke erkennen
Echte Bauwerke der 1920er erkennt man an drei oft übersehenen Details: Lüftungsgittern mit floralen Motiven, mehrfarbigen Parkettböden in Sternmustern und Aufzugsanzeigen mit maschinenzeitlicher Typografie. Die Hôtels Particuliers im 17. Arrondissement zeigen, wie Architekten traditionellen Kalkstein mit avantgardistischen Formen verbanden – ihre schmiedeeisernen Tore verbergen Atrien mit Zickzack-Treppengeländern. Bei selbstgeführten Touren lohnt der Blick auf die oberen Stockwerke, wo oft originale Bleiglasfenster erhalten sind, besonders in den Wohnanlagen des 13. Arrondissements. Gedenktafeln mit der Aufschrift 'Années 20' kennzeichnen bedeutende Fassaden, aber viele unmarkierte Juwelen warten noch darauf, von Kennern anhand von Ziegelornamenten und porthole-ähnlichen Fenstern entdeckt zu werden.
Verfasst vom Redaktionsteam von Paris Tours & lizenzierten lokalen Experten.