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Die ungeschriebenen Regeln der Sitzordnung
Kaffee bestellen wie ein Pariser
Zwischen Gespräch und Menschenbeobachtung
Neue Nachhaltigkeitsvorgaben und Knigge für digitale Nomaden
Das klassische Terrassenerlebnis in Paris hat sich aufgrund neuer wegweisender Umweltschutzgesetze spürbar verändert, was besonders bei winterlichen Besuchen auffällt. Um den CO2-Ausstoß zu senken, sind Heizstrahler auf offenen Gehwegen mittlerweile streng verboten. Viele Cafés bieten stattdessen gemütliche Wolldecken (die sogenannten „plaids“) an oder haben in fest verglaste Bereiche investiert – die sogenannten „verrières“ – in denen elektrisches Heizen weiterhin zulässig ist. Ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit betrifft das Geschirr: Wer vor Ort speist, bekommt seine Bestellung nun ausschließlich in Mehrweggeschirr serviert; selbst an belebten Hotspots wurden Einwegbecher durch Keramik oder Glas ersetzt. Die wohl spürbarste kulturelle Veränderung ist die „sans-ordinateur“-Bewegung (laptopfrei). Um zu verhindern, dass Tische über Stunden blockiert werden, gilt in immer mehr traditionellen Cafés ein striktes Laptop-Verbot während der Stoßzeiten mittags (12:00 bis 14:00 Uhr) sowie an gesamten Wochenenden. So soll der Fokus wieder auf das gemütliche Beisammensein und das Beobachten des bunten Treibens gelenkt werden.
Echte Cafés abseits der Touristenpfade
Gas- und Elektro-Heizstrahler im Freien sind auf öffentlichen Terrassen zur Energieeinsparung verboten. Viele Cafés stellen jedoch kuschelige Decken bereit oder verfügen über fest installierte, verglaste Bereiche (verrières), in denen elektrische Heizungen weiterhin erlaubt sind, damit die Gäste nicht frieren.
Für einen klassischen Espresso zahlt man im Stehen am „comptoir“ (der Theke) durchschnittlich zwischen 1,30 € und 1,80 €. Wer sich lieber an einen Tisch auf der Terrasse setzt, muss für das gleiche Getränk in der Regel mit Preisen zwischen 2,50 € und 4,00 € rechnen.
Während viele moderne Specialty-Coffee-Shops die Arbeit am Laptop weiterhin erlauben, führen die meisten traditionellen Bistros mittlerweile laptopfreie Zonen oder Zeiten ein – besonders zwischen 12:00 und 14:30 Uhr. Damit möchten sie sicherstellen, dass Restaurantgäste Platz finden und die gesellige Atmosphäre erhalten bleibt.
Verfasst vom Redaktionsteam von Paris Tours & lizenzierten lokalen Experten.
Letzte Aktualisierung: 24/02/26